Wenn dein Video vor allem aus deinem Gesicht besteht, funktioniert eine Synchronfassung in einer anderen Sprache nie ganz. Das Publikum schaut beim Zuhören auf deinen Mund, und synchronisierter Ton — ob von Menschen oder von Software — trennt beides voneinander. Die Lippen formen das eine, der Ton sagt das andere, und die Zuschauer spüren den Bruch, auch wenn sie ihn nicht benennen können. Gestik und Betonung landen zudem auf den falschen Wörtern, weil du den englischen Satz betont hast, nicht den deutschen. Neu aufnehmen klingt nach doppelter Arbeit — und ist es nicht. Die teuren Teile eines Videos — entscheiden, was du sagst, es strukturieren, den Raum ausleuchten, das Bild einrichten — sind schon erledigt. Die zweite Sprache ist ein erneutes Lesen, kein erneutes Machen, und mit einem Prompter musst du nichts zweimal auswendig lernen.
Übersetze den Sinn, nicht die Sätze. Eine Wort für Wort übertragene Redewendung kommt tot an, und ein Witz kommt meist gar nicht an — ersetze ihn durch einen, der in der Zielsprache funktioniert, oder streiche ihn. Führe ein Skript pro Sprache statt eines einzigen zweisprachigen Dokuments, und lies jede Übersetzung vor der Aufnahme einmal laut: Ein Satz, der auf dem Papier gut aussieht, kann in einem Atemzug unsprechbar sein, und ihn jetzt zu kürzen ist billiger, als vor der Kamera zu stolpern. Nimm dann Sprache für Sprache auf, statt Take für Take zu wechseln. Jeder Wechsel kostet ein paar Minuten, bis du wieder im Rhythmus der Sprache bist, und Blöcke einer Sprache halten Akzent und Energie über das fertige Video konstant.
Ein Prompter hilft hier am meisten, wenn er zuhört. Die Sprachsteuerung bewegt das Skript in dem Tempo, in dem du sprichst, und weil die Spracherkennung auf dem Gerät läuft, folgt sie dir in der Sprache, die du gerade liest — prüfe vor dem Dreh, dass die Erkennung deines Telefons jede Sprache auf deiner Liste spricht. Pause, und sie wartet; ein übersprungener Satz, und sie zieht nach; das Verhalten ist auf Portugiesisch dasselbe wie auf Polnisch. Läuft eine deiner Sprachen von rechts nach links — Arabisch, Hebräisch —, richtet sich das Skript einfach so aus, ohne dass es eine Einstellung dafür zu suchen gäbe. Auch die Typografie verdient hier ihr Geld: Eine Sprache, die du weniger flüssig sprichst, liest sich eine Stufe größer und mit etwas mehr Zeilenabstand deutlich bequemer.
Die Skripte selbst sind das Gut, auf das du aufpassen musst. Fünf Sprachen heißt fünf lebende Dokumente, und Korrekturen kommen gern nach der ersten Aufnahme — du berichtigst eine Zahl in der spanischen Fassung, und die französische behält still die alte. Mit der Cloud-Synchronisierung folgen dir deine Skripte zwischen den Geräten, abgeglichen nach einem gemeinsamen Regelwerk auf beiden Plattformen — die Fassung, die du gestern Abend auf dem Tablet bearbeitet hast, ist beim Dreh die Fassung auf dem Telefon. Sie ist Teil eines Abos, und der ehrliche Preis ist ein Konto — alles andere hier läuft ohne. Ein letzter Tipp zur Reihenfolge: Nimm deine stärkste Sprache zuerst auf, solange du noch entscheidest, wie sich der Vortrag anfühlen soll, und deine schwächste zuletzt, wenn der Stoff sitzt.